Schaufenster für die Ohren
05.05.2010 » Der Countdown läuft. Seit drei Jahren und noch zehn Tage. Vom 14. bis 16. Mai kommen 9 200 aktive Musiker aus ganz Baden-Württemberg beim Landesmusikfest 2010 in Metzingen zusammen; einzelne Programmpunkte spielen in Dettingen, Riederich und Grafenberg. Gestern haben die Organisatoren der ausrichtenden Blasmusikverbände und Kommunen das Programm vorgestellt und ihre Zusammenarbeit herausgestrichen, die das Großprojekt erst ermöglicht hat. »Das Landesmusikfest ist ein großes Schaufenster, bei dem jeder miterleben kann, wie vielfältig Blasmusik ist«, skizzierte Rudolf Köberle, Präsident des Blasmusikverbands Baden-Württemberg und Minister für den ländlichen Raum in Stuttgart.
Von Markus Pfisterer
Davon kann sich das Publikum nicht nur in Konzerten überzeugen, sondern auch in Wertungsspielen und Wettbewerbsbeiträgen, die samt und sonders öffentlich sind. Den Musikkapellen dient diese Musik vor Jury-Ohren als Leistungsschau: Sie können vergleichen, wo sie und andere stehen.
Metzingens OB Dr. Ulrich Fiedler dankte Köberle und dessen Minister- und Präsidialamtskollegen Helmut Rau vom Bund Deutscher Blasmusikverbände für den Zuschlag, den die Stadt 2007 bekommen hat: »Wir sind stolz darauf, das Fest ausrichten zu dürfen. Die Stadt kann auf besonders eindrucksvolle Weise Kultur präsentieren - und zeigen, dass sie sehr viel mehr zu bieten hat als die Outlets.«
Dettingen hat unter anderem die Schillerhalle zu bieten. Schultes Michael Hillert augenzwinkernd: »Wir waren uns der Verantwortung bewusst und haben die Halle extra fürs Landesmusikfest gebaut.« Das Fest wiederum kann den kommunalen Ruf weiten und vertiefen, Musik und Austausch können Spieler wie Besucher bereichern. Fiedler: »Auch und gerade in diesen sehr, sehr schwierigen Haushaltszeiten ist es richtig und wichtig, die Kultur und das Feiern zu fördern.« 75 000 Euro stehen für das Landesmusikfest im städtischen Etat.
Auch in schweren Zeiten feiern
Um die Ausrichtung des Fests hatte sich die Kelternstadt unter Fiedlers Vorgänger Dieter Hauswirth erfolgreich beworben. Treibende Kräfte waren Bruno Seitz, Stadtmusikdirektor und stellvertretender Landesmusikdirektor, und Helmut Vöhringer, Vorsitzender des Blasmusik-Kreisverbands Neckar-Alb.
Köberle hatte den Verbalball dem früheren Handballer Fiedler und seinen Amtskollegen Klaus Bender und Michael Hillert passgenau vorgelegt: »Die Unterstützung der Kommunen war hervorragend. Sie rollen der Blasmusik hier den roten Teppich aus.« Alle vier Jahre gibt es das Landesmusikfest, erst zum zweiten Mal nach 2006 in Villingen-Schwenningen ist es heuer baden-württembergweit zusammengefasst.
Offensichtlich am richtigen Ort. In Metzingens Sitzungssaal waren gestern jedenfalls lauter Blasmusikfreunde versammelt: Rudolf Köberle hat jahrzehnte lang Trompete, Flügelhorn und Horn gespielt, Helmut Rau bekam zu seinem jüngst vollendeten Sechzigsten ein Saxofon samt Unterrichtsstunden geschenkt. Und Ulrich Fiedler hatte in seiner Jugend die Qual der Wahl zwischen Sport- und Musikverein - und wählte beide, »solange es ging. Inzwischen sind meine Kenntnisse im Spiel der Piccoloflöte längst wieder verloren«.
Reutlinger General-Anzeiger
Weitere Infos unter www.landesmusikfest2010.de
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